Ausbildung zum Detektiv
Man sollte keine zu romantischen Vorstellungen von dem Berufsbild des Privatdetektivs haben, denn am Ende des Tages ist der Alltag in einer Detektei, zwischen Wirtschaftsvergehen und Personenbeschattung, ziemlich hart. Wer dennoch mit dem Gedanken spielt, Karriere als Detektiv zu machen, sollte einige Dinge beachten.
Wie werde ich Detektiv?
Sherlock Holmes, Hercule Poirot oder Columbo sind nicht gerade repräsentative Beispiele für tatsächliche, reale Detektivarbeit. Nicht enden wollende Observationen, Papierkrieg, Online-Recherchen, Mitarbeiterüberprüfungen und Kundenbetreuung – all das gehört für eine moderne Detektei zum täglich Brot. Natürlich gibt es auch spannende Momente wie zum Beispiel bei Ermittlungen in Spionage- oder Diebstahlsfällen und mitunter vielleicht sogar eine richtige Verfolgungsjagd (und sei es nur zu Fuß), aber man sollte sich dennoch bewusst für den Beruf des Detektivs entscheiden – auch eingedenk der Schattenseiten.
Aber wie wird man eigentlich Detektiv? Gibt es in Deutschland eine spezielle Ausbildung oder ein Studium? Das Berufsbildungsgesetz in Deutschland kennt die Berufsbezeichnung des Detektivs nicht und somit ist die Ausbildung hierzulande auch nicht offiziell geregelt. Auch scheint eine gesetzliche Regelung der Detektiv-Ausbildung derzeit nicht geplant zu sein. Zwar werden innerhalb der Branche immer wieder Versuche unternommen, diesbezüglich eine Änderung zu erwirken, doch bereits bei der Organisation einer gemeinsamen Kampagne blieben die Detektive bisher erfolglos.
Immerhin wurde 1986 der „Berufsbildungsplan für Detektive“ erarbeitet, der die wichtigsten Stichpunkte enthält und in die „Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe“ (kurz: „ZAD“) einfloss. Durch diesen Berufsbildungsplan genießt die ZAD hierzulande den höchsten Stellenwert bei der Ausbildung von Detektiven. Dieser spezielle Lehrgang ist in den letzten zwanzig Jahren zur inoffiziellen Detektiv-Ausbildung avanciert und wird bei Bewerbern ohne Berufserfahrung eigentlich vorausgesetzt.
Schwarze Schafe
Neben dem ZAD gibt es noch eine Vielzahl weiterer Seminare und Ausbildungen, die allerdings teilweise nur mit Vorsicht zu genießen sind. Schwarze Schafe, hinter denen angeblich immer eine renommierte Detektei steht, bieten Wochenendkurse und Fernstudien entgeltlich an, die vor allen Dingen durch ihre Inhaltslosigkeit bestechen. Da sollte man seinem zukünftigen Berufsstand alle Ehre machen und zunächst einmal gründlich recherchieren. Wer auf solche Betrüger hereinfällt, ist vermutlich ohnehin nicht für den Beruf des Detektivs geeignet. Es empfiehlt sich zudem, sich um eine Praktikumsstelle in einer Detektei zu bemühen, da man so sicher gehen kann, dass dieser Beruf auch das Richtige für einen selber ist und außerdem macht sich die Praxiserfahrung in jedem Fall gut im Lebenslauf. Seriöse Seminare und Weiterbildungen werden zum Beispiel noch von der IHK und einigen vergleichbaren Instituten angeboten. Unter anderem ist die so zu erwerbende Bezeichnung „Geprüfter Detektiv“ allgemein be- und anerkannt.